Media

Leben mit Covid19

Mit dem Schwerpunkt „Leben mit Covid-19“ erschien heute das Verlagsspezial der Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Die Corona-Pandemie hat die Welt über die vergangenen Monate in Atem gehalten und Veränderungen mit sich gebracht, die vormals undenkbar waren. In nie dagewesener Geschwindigkeit arbeiten Forscher weltweit zusammen, um das Virus Sars-CoV-2 und die Krankheit Covid-19 in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig veränderten sich Abläufe in Kliniken und Praxen, und es zeigten sich Schwachstellen, beispielsweise in Versorgung und Pflege. Insgesamt verschieben sich viele Ressourcen aus anderen Bereichen hin zur Bekämpfung der Pandemie. Was bedeutet das für die Forschung, die Medizin, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft? Harald Katzmair hat dazu einen persönlichen Beitrag beigesteuert und folgende Fragen beantwortet.

Was hat Sie im Laufe der Covid-19-Pandemie bisher am meisten überrascht?

Harald Katzmair: Es war eine beunruhi-gende Erfahrung wie schnell in den März-tagen eine kollektive Panik virusartig um sich gegriffen hat. Ich habe mich selbst bei Hamsterkäufen ertappt. Ähnlich bemer-kenswert war, wie schnell wir wieder, nachdem die Fallzahlen vor dem Sommer stark zurückgegangen waren in alte Gewohn-heiten zurückgefallen sind. Es waren ja zu Beginn der Covid-Krise schwülstige Artikel im Umlauf, wie sehr diese Krise unsere Welt zum Positiven verändern wird und wir jetzt alle wieder zum „echten“ Leben zurückfinden werden. Es ist leider davon auszugehen, dass, sobald das Virus durch Impfungen präventiv und therapeutisch unter Kontrolle gebracht werden wird, die Welt sich nicht moralisch verbessert hat, sondern wir uns alle in einem sehr schwierigen und kompetitiven gesell-schaftlichen, ökonomischen und geopoliti-schen Umfeld wiederfinden werden

Was ist bei Ihnen im Unternehmen aufgrund von Covid-19 Neues entstanden?

Nichts ist mehr so, wie es vorher war bei uns. Wir arbeiten in Schichtmodellen, tragen im Büro bei Besprechungen Masken, haben unsere Meetings und unsere Kommunikation wie überall auf der Welt ins Digitale verlegt. Neu entstanden sind dabei nicht nur völlig veränderte Abläufe, viel wichtiger ist ein neues Bewusstsein der Vulnerabilität und des Zusammenhalts im Team. Wir haben eine viel stärkere Wertschätzung für unseren Erfolg, nehmen ihn nicht mehr als selbst-verständlich hin. Unsere Sprache ist präziser geworden, weil die Zoom-Meetings viel kürzer sind als die Besprechungen im Offline. Auch das Vertrauen ineinander ist gestiegen. Zu Beginn war ich als Chef noch skeptisch, was die Performance beim Homeoffice anbelangt. Diese Befürch-tungen haben sich nicht bestätigt, ich weiß, dass meine MitarbeiterInnen ihr Bestes geben, und das unter teils schwierigen familiären Bedingungen zu Hause mit kleinen Kindern.

Worauf stellen Sie sich mit Blick auf die kommenden Herbst- und Wintermonate ein?

Wir sollten das Beste hoffen, auf das Schlimmste gefasst sein und es nehmen, wie es kommt. Ein neuerlicher Lockdown ist im Bereich des Möglichen. Wichtig ist es auch für sich selbst ins Klare zu kommen, dass es möglich ist, selbst zu erkranken. Auch hier gilt es sich mental darauf vorzubereiten. Aber allen voran gilt es darauf zu achten, dass man selbst aktiv etwas für seine Gesundheit tut. Wir hören nur, dass wir uns die Hände waschen, Masken tragen und die Distanz einhalten sollen. Niemand sagt, dass wir auf unsere Gesundheit und unser Immunsystem generell achten können. Dazu gehört nicht nur gesunde Ernährung und Bewegung. Es gehört auch dazu, dass wir weiterhin Freundschaften leben, Freude an schönen Dingen haben, Musik hören und der Tragik der derzeitigen Welt auch mit Ironie und Lachen begegnen

Sie finden hier den Beitrag von Dr. Harald Katzmair sowie das ganze Verlagsspezial "Leben mit Covid19".